Inhaltsverzeichnis:
- Haarzopf und Kettwig mit ausreichenden Kapazitäten
- Katernberg und Südostviertel mit höchstem Fehlbedarf
- Ausbau mit Hindernissen durch Fachkräftemangel
- Unterstützung und neue Fördermittel für Eltern
Haarzopf und Kettwig mit ausreichenden Kapazitäten
In mehreren Stadtteilen sind aktuell mehr Kita-Plätze vorhanden als benötigt. Besonders in Haarzopf liegt die Versorgungsquote bei rund 106 Prozent. Auch Rüttenscheid und Kettwig melden derzeit keine Defizite. In den südlichen Stadtteilen wie Heisingen, Kupferdreh, Byfang, Überruhr-Hinsel und Burgaltendorf gibt es nur geringe Engpässe. Das bedeutet, dass viele Familien auch nach dem offiziellen Starttermin am 1. August gute Chancen auf einen Platz haben.
Die Stadt Essen rät zu mehr Flexibilität bei der Wahl des Stadtteils. Wer bereit ist, sein Kind in einer benachbarten Kita unterzubringen, hat bessere Chancen. Die zentrale Anlaufstelle Familienpunkt Essen unterstützt bei der Suche – telefonisch unter 0201 88-51777 oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.
Katernberg und Südostviertel mit höchstem Fehlbedarf
Besonders gravierend ist der Platzmangel in Katernberg, Altenessen-Süd und dem Südostviertel. Dort fehlen sowohl Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren als auch für die Altersgruppe zwischen drei und sechs Jahren.
Die Zahlen im Überblick:
Kinder unter 3 Jahren – Fehlende Plätze:
- Katernberg – 92
- Altenessen-Süd – 85
- Südostviertel – 43
- Altendorf – 29
- Freisenbruch – 40
- Horst – 24
Kinder von 3 bis 6 Jahren – Fehlende Plätze:
- Katernberg – 250
- Südostviertel – 186
- Kray – 134
- Huttrop – 126
- Bedingrade – 141
- Bergeborbeck – 130
- Freisenbruch – 74
- Horst – 85
Insgesamt fehlen aktuell 829 Plätze für Kinder ab drei Jahren – in fast allen Stadtteilen.
Ausbau mit Hindernissen durch Fachkräftemangel
Im vergangenen Jahr hat die Stadt über 450 neue Kita-Plätze geschaffen. Damit steigt die Versorgungsquote bei unter Dreijährigen auf 44 Prozent. Das ursprüngliche Ziel von 40 Prozent wurde überschritten. Auch für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren nähert sich Essen dem 100-Prozent-Ziel – rechnerisch.
Doch der Ausbau wird durch fehlendes Personal gebremst. Besonders bei Einrichtungen mit langen Öffnungszeiten wird dies deutlich. Nur 55 Kitas bieten aktuell mehr als 47 Stunden pro Woche Betreuung an. Dabei ist der Bedarf an Ganztagsplätzen mit rund 45 Stunden pro Woche bei den meisten Familien vorhanden. Die Stadt Essen plant deshalb weitere gezielte Verdichtungen in besonders betroffenen Vierteln.
Unterstützung und neue Fördermittel für Eltern
Eltern, die bisher keinen Platz bekommen haben, können sich direkt an den Familienpunkt wenden. Dort erhalten sie Informationen über kurzfristig frei werdende Plätze, Betreuungsalternativen oder Übergangslösungen. Durch Umzüge oder Abmeldungen entstehen regelmäßig neue Möglichkeiten.
Zusätzlich stehen über 2,5 Millionen Euro zur Förderung längerer Öffnungszeiten zur Verfügung. Dieses Geld fließt an Einrichtungen mit geringer Schließzeit und erweitertem Betreuungsumfang. Manche Kitas sind bereits von 7 bis 18 Uhr geöffnet.
Trotz dieser Maßnahmen bleibt der Personalmangel eine zentrale Herausforderung für Essen. Ohne zusätzliche Fachkräfte können neue Plätze nicht realisiert oder bestehende Kapazitäten nicht erweitert werden. Die Stadt setzt hier auf langfristige Strategien zur Fachkräftegewinnung und besseren Arbeitsbedingungen im Kita-Bereich.
Quelle: Radio Essen, www.on-the-top.net/de/