Inhaltsverzeichnis:
- Enterokokken im Wasser der Universitätsklinik Essen entdeckt
- Keine technischen Defekte im Trinkwassersystem festgestellt
- Weitere Filter bleiben in sensiblen Klinikbereichen installiert
- Weiterhin keine Hinweise auf Ursache
Enterokokken im Wasser der Universitätsklinik Essen entdeckt
Im Sommer 2024 wurden Enterokokken im Trinkwasser des Essener Klinikums festgestellt. Diese Bakterienart kann schwerwiegende Infektionen verursachen, darunter Blutvergiftungen. Der Vorfall führte zu strengen Vorsichtsmaßnahmen im gesamten Krankenhaus. Dazu zählten unter anderem:
- Sofortiges Duschverbot für alle Stationen
- Verpflichtendes Abkochen von Leitungswasser
- Installation von Filtern an Duschen und Wasserhähnen
Diese Maßnahmen wurden eingeführt, um besonders gefährdete Patientengruppen, etwa in Intensivstationen, zu schützen.
Keine technischen Defekte im Trinkwassersystem festgestellt
Laut internen sowie externen Gutachten gab es keine technischen Störungen im Trinkwassernetz der Klinik. Das bestätigten auch Experten des Instituts für Wasserforschung, IWW Zentrum Wasser. Seit dem Sommer seien alle weiteren Wasserproben unauffällig geblieben. Die Ursache der Keimbelastung bleibt dennoch ungeklärt.
Weder beschädigte Leitungen noch andere systemische Probleme konnten festgestellt werden. Auch externe Einflüsse oder bauliche Veränderungen am Klinikum wurden geprüft – ohne Ergebnis. Die Desinfektionsmaßnahmen im Wassernetz wurden fortlaufend dokumentiert.
Weitere Filter bleiben in sensiblen Klinikbereichen installiert
Trotz der Entwarnung bleiben in hochsensiblen Bereichen weiterhin Wasserfilter in Betrieb. Dazu zählen unter anderem onkologische Stationen und Transplantationsabteilungen. In weniger kritischen Teilen des Hauses konnten die Filter bereits entfernt werden. Die Klinikführung betont, dass weiterhin in regelmäßigen Abständen Wasserproben genommen und ausgewertet werden.
Zusätzlich wurde ein umfassender Kontrollplan beschlossen, der Folgendes vorsieht:
- Monatliche Überprüfung der Wasserqualität
- Erweiterte Labortests bei jeder Auffälligkeit
- Sofortige Maßnahmen bei erneutem Nachweis von Keimen
Weiterhin keine Hinweise auf Ursache
Bis heute konnte nicht geklärt werden, wie die Keime ins Trinkwasser gelangten. Der Ursprung der Kontamination bleibt unbekannt. Weder bauliche Maßnahmen noch externe Versorgungsprobleme konnten als Auslöser identifiziert werden. Das Klinikum betont, dass es alle Empfehlungen der Fachinstitute umsetzt.
Die Sicherheitsvorkehrungen bleiben bis auf Weiteres bestehen. Die Klinik setzt auf Prävention und lückenlose Überwachung, um eine erneute Gefährdung auszuschließen.
Quelle: WDR